Über Implantate im Allgemeinen

Die zahnmedizinische Implantation ist für Ersatz fehlender Zähne die modernste  Methode,  die bereits besonders gute und langfristige Ergebnisse hat.

Der Zweck der zahnärztlichen Implantation besteht in der komplexen prothetischen Rehabilitation der Mundhöhle des Patienten mithilfe von Implantaten, wobei andere Zähne unberührt bleiben.  Die zahnmedizinischen Implantationen sind in die Kieferknochen eingesetzte sogenannte „künstliche Wurzeln“ aus Biomaterial, die zum Tragen des Zahnersatzes dienen.

Das  Implantat weist in seinem Inneren einen Gewindegang auf, der für die Einheilungsdauer eine Abschlussschraube und nach der Einheilung einen zum Tragen des Zahnersatzes geeigneten prothetischen Kopf aufnimmt. Die auf den Implantaten gefestigten Überkonstruktionen können Kronen, Brücken, oder aber auch vollständige herausnehmbare Plattenzahnersätze sein.

Titan oder Zirkonium dient als Werkstoff für den Implantatkopf.

Vorbereitung zur zahnärztlichen Implantation

Die Zahnimplantation ist ein einfacher Eingriff, der zugleich große Achtsamkeit und sorgfältige Planung voraussetzt. Es geht um eine einfache Implantation, wenn ausreichende Knochensubstanz vorhanden ist und kein Knochenersatzstoff zu verwenden sind.

Die Zahnimplantation ist eine immer mehr bevorzugte Form innerhalb von Zahnersatzverfahren, bei der der Patient ein dem Originalzahn bis zur Täuschung ähnliches Zahnimplantat bekommt. Diese Art vom Zahnersatz hat besonders zum Vorteil, dass keine gesunden Zähne bei den Patienten abgeschliffen werden müssen. Der Eingriff ist dank der Betäubung völlig schmerzfrei.

Zahnimplantation Schritt für Schritt

  1. Vor dem Einsetzen des Implantats ist eine Zustandsuntersuchung (CT-Aufnahme) erforderlich, durch die ermittelt wird, ob die Zahnimplantation (in der Knochensubstanz) ausführbar ist und welche Zähne zu ersetzen sind. Dadurch wird geklärt, ob ausreichende Knochensubstanz verfügbar ist.
  2. Unter Insertion des Implantats versteht man einfach das Einsetzen einer künstlichen Zahnwurzel.
  3. Nach einer Einheilungsdauer von 2 bis 6 Monaten kann die endgültige Krone erstellt werden, die ähnlicher Weise belastbar ist wie ein natürlicher Zahn. Die Lebensdauer des Zahnimplantats beträgt mehrere Jahrzehnte (auch) oder sogar lebenslange Zeit, während die auf der natürlichen Zahnwurzel gefestigte Krone 10 bis 15 Jahre währt. Das Zahnimplantat wird aus gewebefreundlichem Stoff erstellt, deshalb droht es nicht abgestoßen oder örtlich beschädigt zu werden. Der Stoff ist korrosionsfrei und vollkommen widerstandsfähig.

Implantate können bei Patienten, die nur einen Zahn verloren haben oder aber völlig zahnlos sind, eingesetzt werden.

Ist die Implantation altersgebunden?

Nach der heutigen Fachliteratur kann fast jeder Mensch bei entsprechendem Gesundheitszustand ein zahnmedizinisches Implantat bekommen, falls das Wachstum des Kieferknochens abgeschlossen ist (bis zum Alter von 18 Jahren).

Keine obere Altersgrenze für den Eingriff ist festgelegt.

Wann ist die Zahnimplantation zu empfehlen?

Das Einsetzen eines Implantats ist bei Zahnlücken begründet, wenn der Zahnersatz durch herkömmliche Verfahren ästhetisch bzw. funktionell nachteilig wäre.

Zahnärztliche Implantation ist in folgenden Fällen vorzuschlagen:

  • Fehlen von einem Zahn (bei ausreichendem Raum in der Zahnlücke)
  • verkürzte Zahnreihe an einem oder beiden Enden
  • viel zu breite Lücke in der Zahnreihe durch Zahnverluste
  • zahnloser Kieferknochen
  • bei bestimmten Krankheiten (Asthma, Epilepsie)

Wem wird von der Zahnimplantation abgeraten?

  • Patienten, die unbehandelte Systemerkrankungen oder zahnmedizinische Krankheiten (z. B. nicht kontrollierte Zahnbettkrankheit) haben, sind von der Implantation abzuraten. Werden aber diese Krankheiten behandelt und kontrolliert, ist die Zahnimplantation auch in diesen Fällen eine wertvolle Lösung.
  • Bei jungen Menschen im Pubertätsalter darf man keine Zahnimplantation durchführen, weil die Entwicklung der Knochen noch nicht abgeschlossen ist.
  • Durch starkes Rauchen wird der Erfolg der Implantation beeinträchtigt.

Woraus besteht ein Implantat?

Werkstoffe, die in unseren Tagen für Implantationszwecke verwendet werden, sind in der Praxis bewährte Ergebnisse von eingehenden Forschungen für Stofflehre und Biologie. Man nennt diese Werkstoffe mit einem Sammelbegriff Biostoffe. Sie beschädigen die Organisation nicht, stellen zwischen dem Implantat und dem umgebenden Gewebe (vor allem dem Knochengewebe) den Kontakt sicher, sind formhaltig, korrodieren nicht und widerstehen Gewebereaktionen, wie auch eine ausreichende Festigkeit haben.

Grundlegende Erwartungen Implantaten gegenüber

Der Implantatstoff soll der entscheidenden Anforderung der Gewebefreundlichkeit gerecht werden, er soll sich also in seine Umfeld einbauen und weder örtlich, noch allgemein Schädigungen hervorrufen, wobei er vom Knochen und Zahnfleisch spaltenfrei überwachsen wird. 

Der diesen Eigenschaften meist entsprechende chemischer Stoff ist reines, unlegiertes Titan.

Titan wird von der menschlichen Organisation zu vollem Maße angenommen, daher droht keine Abstoßung. Schon seit langen Jahren findet es in anderen Bereichen der Chirurgie Verwendung, so etwa als Werkstoff von Hüftenprothesen. Dank den biologischen Eigenschaften des Metalls überverwachsen die Knochenzellen die Titanfläche, und das Implantat wird zum Aufbauteil der Organisation.

Klinische Untersuchungen und mehrjährige Erfahrungen beweisen, dass die Titanimplantate keinerlei allergische Reaktionen oder geschwulstartige Erkrankungen hervorrufen. Bei richtig ausgeführter Einsatztechnik und korrekt fertiggestellter Überkonstruktion (Deckkrone, Brücke, vollständige Plattenprothese) können Implantate Jahrzehnte lang gut funktionieren.  

Was sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Implantattypen?

Die verschiedenen Implantationssysteme unterschieden sich vor allem in ihrer Oberflächenstruktur und Formgestalt voneinander.

Die bei Herstellung von Implantaten verwendeten Werkstoffe entsprechen den strengsten Standards und Vorschriften. Die bewährten Implantationssysteme erfüllen die Voraussetzungen von internationalen Qualitätsstandards.  

 

Wie lang ist die Lebensdauer der Implantate?

Zahlreiche wissenschaftliche Studien befassen sich mit der Haltbarkeit von Implantaten und implantierten Zahnersätzen. Nach Auswertung von statistischen Angaben waren die an die zahnmedizinischen Implantate befestigten Kronen nach 10jährigem Tragen bis zu 90% funktionell erfolgreich. 

Die Erfolgsquote der Implantationstherapie ist in großem Maße vom Behandlungsplan und langfristig auch vom Gesundheitszustand des Patienten, von der Mundhygiene, den anatomischen Eigenartigkeiten und der technischen Ausführung abhängig.

Bei implantierten Zahnersätzen, im Gegensatz zu den natürlichen Zähnen, haben die Komplikationen keinen biologischen Ursprung (Zahnkaries, Zahnmarkentzündung), sondern technischen (Bruch, Auflockerung der Festigungsschraube) und für letztere Probleme kann man leichter Lösungen finden. Für den Erfolg sind tadellose Mundhygiene und gründliche Mundpflege besonders wichtig. Darüber hinaus sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig, auch wenn der Patient gar keine Beschwerden hat.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Lebensdauer der Implantate, abhängig von der Position des Implantats und der Mundhygiene des Patienten, 10 bis 20 Jahre beträgt.

Wie erfolgt die Zahnwurzelimplantation?

Die Zahnwurzelimplantation ist eine relativ kleine Operation und gilt als Routineverfahren. Grundsätzlich besteht sie aus folgenden 3 komplexen Schritten:

  1. Nach vorangehenden Untersuchungen und einer CT-Kontrolle vor der Zahnwurzelimplantation wird die Oberfläche des Zahnfleisches durch ein geringes Einschneiden geöffnet.
  2. Danach wird das Implantatbett, ein Knochennest, gebildet und das vorwiegend aus Titan hergestellte Implantat anstelle des fehlenden Zahns oder der fehlenden Zähne eingesetzt. All das geschieht wie selbstverständlich mit örtlicher Betäubung, schmerzfrei.
  3. Nach der Einheilung des Knochens wir der Ersatz oder das Zahnwerk für den fehlenden Zahn fertiggestellt. Das Implantat ist gewöhnlich nach 3 Monaten nach der Operation belastbar, wobei individuelle Unterschiede vorhanden sind. 

Erfolgsraten von Implantaten

Die Implantation ist erfolgsreich zu nennen, wenn es keine Schmerzen, kein Fremdkörpergefühl und keine Entzündung im Implantatbereich gibt, das Implantat unbeweglich verwachsen ist und keine Knochenauflockerungen um das Implantat auf der Röntgenaufnahme zu sehen sind. Die Stabilität des Implantats wird nach dessen Freilegung mittels Osstel ISQ gemessen. 

Welchen Typ vom Zahnimplantat soll man wählen?

Ist die Knochensubstanz beim Patienten ausreichend, wird der Implantattyp  Straumann Bone Level Tapered empfohlen, der von seiner Form her einfacher einzusetzen und durch seinen Grundstoff mit noch mehr Sicherheit zu verwenden ist.

Der Einheilungsprozess

Der Einheilungsprozess beansprucht vom Zeitpunkt der Implantation gerechnet, etwa drei Monate. Während dieser Zeit wachsen die Knochenzellen in die an der Oberfläche des Implantats befindlichen Mikroporen ein.

Diese Knochenanwachsungen (sogenannte Knochenintegration) sorgt für eine stabile Verankerung von Implantaten,  damit diese geeignet sind, die auf sie einwirkenden Kau- (Druck-, Hebel- und Schneid-)Kräfte dauerhaft, ohne Schädigungen auf das Knochengewebe übertragen zu können.

Anschließend wird der vom Implantat getragene Zahnersatz (die Suprakonstruktion) fertiggestellt.  

Nach der individuell festgelegten Einheilungszeit wird das Implantat freigelegt. Die Freilegung ist ein kleinerer Eingriff im Vergleich zum Einsetzen des Implantats. Als Ergebnis der Einheilung von einigen Tagen bildet sich eine entsprechende Anhaftung von Schleimhautzellen am Halsbereich des Implantats.

Nach diversen Schritten der Fertigstellung des Zahnersatzes wird das Implantat für die Dauer durch den sog. prothetischen Kopf ergänzt, der zur Unterstützung oder Verankerung des Zahnersatzes dient. Demnach funktioniert der Zahnersatz und steht dem Patienten zur Verfügung.

Die wichtigste Voraussetzung für das langfristige, erfolgreiche Funktionieren des implantierten Zahnersatzes ist die reinigende Mundpflege und die regelmäßige zahnärztliche Kontrolle.

Wie sollen Implantate gepflegt werden?

Die Funktionsfähigkeit des Zahnersatzes und die Aussichten seine Lebensdauer werden nicht nur durch die sorgfältige Vorbereitung und das richtige Einsetzen des Implantats, sondern vorzüglich auch durch die tadellose Mundhygiene des Patienten gesichert.

In der Phase nach dem Einwachsen der Implantate ist der Grenzbereich von Schleimhaut (Zahnfleisch) und Implantat (dessen Halsbereich) als kritisch anzusehen. Hier kann es bei ungünstigen Fällen zu Entzündungen kommen, was sogar zum Verlust des Implantats führen kann. Zur Verhinderung der Ausstoßung müssen Patienten, die ein Implantationszahnwerk haben, regelmäßig zur Kontrolle und professionellen mundhygienischen Behandlung erscheinen. 

 

Wie werden Implantate gereinigt?

Die langfristige Funktionsfähigkeit des implantierten Zahnersatzes hängt zum Großteil vom Patienten ab, denn die gründliche, mit entsprechenden Geräten durchgeführte Mundpflege ist unentbehrlich. Außer Zahnbürste ist die Anwendung spezieller Geräte notwendig.

Solche Geräte sind etwa

  • die Interdentalbürste für die Zahnzwischenräume,
  • verschiedene Arten von Zahnseiden.

Unseren Patienten erteilen wir bei der Übergabe des Zahnersatzes Informationen über die richtigen Zahnwaschtechniken und den unerlässlichen Gebrauch der obigen Geräte.

Warum ist die Aufrechterhaltung der Mundhygiene wichtig?

Das unregelmäßige Zähneputzen, die unzureichende Mundhygiene führt dazu, dass sich Belag an den Zahnhälsen bildet, in dem die angesiedelten Bakterien womöglich Zahnfleischentzündung hervorrufen.  Die an den Zähnen haftende dentale Plaque, aus der sich im Späteren der Zahnstein herausbildet, kann mit gründlichem Zähneputzen und Gebrauch von Zahnseide beseitigt werden. Unterdessen wird empfohlen, den Zahnstein zumindest halbjährlich immer wieder entfernen zu lassen.

Die Entzündung am Zahnfleischrand wird meistens von Sensitivität, Anschwellung und Rotfärbung begleitet. Geben die Schmerzen noch keinen Grund, zum Zahnarzt zu gehen, gut zu wissen, dass der lange Zeit an den Zähnen haftende Zahnstein auch den Zahnhals angreifen, das Haltegewebe zerstören kann, was früher oder später zum Zahnverlust führen wird.

Als weitere mögliche Ursachen für Zahnbettkrankheit sind der Stress, hormonale Änderungen, Nebenwirkungen von Medikamenten und der Zustand des Immunmangels zu nennen.